Der Gute Hirte


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Inhalt:
Edward Wilson (Matt Damon) ist ein Patriot, der fest an sein Land glaubt. Aufgewachsen in besten Verhältnissen besucht er als Student die Yale Universität. Durch seine Aufnahme in eine Bruderschaft lernt er schon früh den Wert von Geheimhaltung kennen. Dann schließlich wird er von Bill Sullivan (Robert De Niro) entdeckt, der den Auftrag bekommen hat einen Auslandsnachrichtendienst zu gründen. Durch seine Intelligenz und sein tadelloses Verhalten wird Edward schnell ein Kandidat für einen Job in dieser Organisation. Doch gleich der erste Einsatz führt ihn in das Kriegsgebiet von Berlin. Zu diesem Zweck muss er seine frisch angetraute Frau Margaret (Angelina Jolie) für unbestimmte Zeit verlassen. Als er nach Kriegsende wieder zurückkehrt hat er sich jedoch um wichtigere Dinge zu kümmern als um seine Frau und seinen 5 Jahre alten Sohn. Er wird zu einem Führungsmitglied der frisch gegründeten CIA und versucht alles, die Feinde des KGB während des Kalten Krieges zu schlagen. Bis er plötzlich merkt, dass der Preis den er dafür zahlen muss zu vielleicht zu hoch ist...

Kritik:
Wenn der FC Bayern München gegen einen drittklassigen Fußballverein spielt, ist das Ergebnis eigentlich von vornherein klar. Wenn Roger Federer zu einem Match gegen den Weltranglisten 100. antritt, gibt es über den Ausgang keine zwei Meinungen. Und auch wenn Robert De Niro einen Film dreht, bei dem er nebenbei ebenfalls noch als Schauspieler fungiert, rechnet jeder mit einer mehrfachen Oscarprämierung. Doch genau darin liegt das Problem, diesem enormen Druck standzuhalten und den Erwartungen gerecht zu werden. Im Gegensatz zu den Bayern, die so ein Spiel auch schon mal in den Sand setzten, schafft „Der Gute Hirte“ diese Aufgabe mehr als meisterhaft zu bewältigen. De Niros zweite Regiearbeit, nach „In den Straßen der Bronx“, ist ein episches Werk, welches die Geschichte der CIA derart spannend und mitreißend erzählt, dass die satte Laufzeit des Films von immerhin fast drei Stunden wie im Flug verstreicht. Das liegt vor allem an der hohen Intensität die der Film konsequent aufbaut. Dazu tragen natürlich in erster Linie die herausragenden Leistungen der Darsteller bei, denn neben De Niro selbst, haben sich noch eine ganze Reihe anderer Schauspieler der Extraklasse hier eingefunden. Die Hauptlast lag hierbei sicherlich auf den Schultern von Matt Damon, der seine Rolle des alles opfernden Familienvaters jedoch mit Bravur meistert. Aber auch seine Kollegen stehen im hierbei in nichts nach und besonders John Turturro glänzt als CIA-Agent. Doch nicht nur die Schauspieler fesseln durch ihre Darbietungen, sondern es ist hauptsächlich die mitreißende Geschichte, die den Zuschauer an den Film bindet. Ein wunderbar komplexes, fast schon poetisches Drama über Verdacht und Gegenverdacht, der Menschen bis hin zur Paranoia treibt, das schildert welcher Preis bezahlt werden muss, wenn man alles für eine Sache opfert. Auch der lethargische und leicht melancholische Unterton, der sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht, verleiht der Tragik dieses Themas noch mehr Bedeutung. Trotz dieser Elemente bleibt „Der gute Hirte“ ein fesselnder Spionage-Thriller, der die Geschichte der CIA in äußerst spannenden Bildern schildert. Die Einblicke die dem Zuschauer hier gewährt werden sind höchst interessant, denn vor allem die Methoden der CIA schockieren mitunter. Die perfide Handlungsweise des amerikanischen Geheimdienstes wurde in dieser Form, derart realistisch und authentisch, noch nie zuvor gezeigt. Der Film hält sich dabei akkurat an die Wahrheit, denn neben den korrekten historischen Ereignissen, sorgte ein ehemaliger Mitarbeiter der CIA für eine wahrheitsgetreue Umsetzung des Stoffs. Abgerundet durch einen perfekt harmonischen und enorm stimmungsvollen Soundtrack, ist „Der Gute Hirte“ ein Film, der weit mehr als nur einen Oscar verdient hat.

Punkte: 10 von 10 mögl. Punkten

Autor: Fabian Ohrner


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