Der letzte König von Schottland


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Inhalt:
Nicholas Garrigan (James McAvoy) ist ein junger, aufstrebender Arzt in Schottland. Gerade nachdem er sein Medizinstudium beendet hat, zieht es ihn in ein fernes Land. Er will nicht so werden wie sein Vater, der sein Leben lang nur in seiner kleinen Praxis praktiziert hat. Also verschlägt es ihn nach Uganda, dort sind Ärzte rar und er will versuchen den Leuten dort zu helfen Doch gerade als er dort ankommt wird die Regierung gestürzt. Als der neue Präsident Idi Amin (Forest Whitaker) in einen Unfall verwickelt wird, wird Garrigan zur Hilfe geholt. Amin findet gefallen an dem jungen, vor Energie nur so sprühenden Arzt und lädt ihn auf sein Anwesen ein. Dort bietet er ihm den Job als persönlicher Leibarzt des Präsidenten an. Nicholas willigt unter der Voraussetzung ein finanzielle Mittel für die Verbesserung des örtlichen Gesundheitssystems zu bekommen. Die beiden werden immer vertrauter und Nicholas ist völlig geblendet von der Freundlichkeit Amins, sodass er nicht merkt was für ein Monster dieser eigentlich ist. Als er ihn dann endlich durchschaut ist es schon zu spät...

Kritik:
Afrika ist ein großer Kontinent mit noch größeren Problemen. Egal ob AIDS, die ständigen Bürgerkriege, mit ihren brutalen Warlords, die die einzelnen Länder immer wieder aufs neue entzweien oder auch die gewaltigen Naturzerstörungen, das afrikanische Volk leidet. Für uns sind diese Probleme meist zu weit weg, als dass wir uns dafür interessieren, geschweige denn ernsthaft versuchen zu helfen. Doch in der letzten Zeit gab es eine ganze Reihe Filme wie beispielsweise „Hotel Ruanda“, „Catch a Fire“ oder auch aktuell „Blood Diamond“, die versuchen über die Probleme Afrikas aufzuklären. Mit „Der letzte König von Schottland“ kommt nun ein Film über eine der polarisierensten Figuren der jungen afrikanischen Vergangenheit in die Kinos: Idi Amin. Der ehemalige Diktator Ugandas ist zentrales Element in diesem Film, der stets zwischen Wahrheit und Fiktion schwankt. Regisseur Kevin MacDonald ist für die akkurate Umsetzung dieses Stoffes genau der Richtige, gewann seine Dokumentation über das Attentat während der Olympischen Sommerspiele 1972 in München, „Ein Tag im September“, doch den Oscar für den besten Dokumentarfilm. Und so wurden auch immer wieder reale Ereignisse, wie die Entführung des Air France Flugzeuges 1976, stimmig in die mitreißende Handlung eingeflochten. Doch aus dramaturgischen Ereignissen musste die fiktive Figur des Nicholas Garrigan, ansprechend verkörpert von James McAvoy, in die Geschichte eingebaut werden. Dadurch bekommt der Zuschauer eine Figur mit der er sich identifizieren kann. Diesem jungen, sympathischen und unerfahrenen Jungen, völlig fremd in diesem fernen Land, ist man sofort freundlich gesonnen. Doch genau hier liegt auch der Fehler Hollywoods: man verharmlost die ganze Thematik auf diese Weise etwas. Natürlich versucht man auf die Probleme der Leute aufmerksam zu machen., durch die unbekümmerte Darstellung geraten diese jedoch teilweise zur Nebensache. Ein weiteres Problem, für das die Filmemacher aber keinerlei Verantwortung tragen, ist die Gefahr dass der Zuschauer so etwas wie Sympathie für Idi Amin empfinden könnte. Das liegt aber einzig und allein an einem allesüberragenden Forest Whitaker. Dieser Whitaker spielt den Diktator mit solch einer Hingabe, solch einer Inbrunst, dass man nur staunen kann. Vor allem seine Präsenz erschlägt einen fast. Schon bei seinem Auftritt, als man ihn anfangs nur von hinten sieht, spürt man die besondere Ausstrahlung die von diesem Mann ausgeht. Wenn man schließlich sein Gesicht sieht, diese ausdrucksstarken Augen und er dann diese flammende Rede hält, ist man vollkommen in seinen Bann gezogen. Beim Herzschlagfinale schließlich wird der Film äußerst brutal, aber nur um das Monster in Amin zu zeigen. Er war nur eines von vielen Monstern, gegen die das afrikanische Volk schon zu lange kämpfen muss.

Punkte: 8 von 10 mögl. Punkten

Autor: Fabian Ohrner


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