Disturbia


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Inhalt:
Einen Elternteil in jungen Jahren zu verlieren ist immer schlimm. Auch der junge Kale (Shia LaBeouf) kann nicht so recht verkraften, dass sein Vater bei einem Autounfall ums Leben kam. Als dann ein Lehrer deswegen auch noch eine unangebrachte Bemerkung macht, schlägt Kale ihn kurzerhand nieder. Daraufhin wird er zu 30 Tagen Hausarrest verurteilt. Damit er die Strafe auch einhält wird ihm eine elektronische Fußfessel angelegt, sollte er das Haus länger als zehn Sekunden verlassen wird umgehend die Polizei alarmiert. Da Kale nun wenig Möglichkeiten hat seine Freizeit zu gestalten, verbringt er seine Zeit mit Videospielen und der ausgiebigen Beobachtung seiner Nachbarn, inklusive Fernglas. Dabei fällt ihm aber nicht nur die hübsche Ashley (Sarah Roemer) ins Auge, der er beim Schwimmen zusieht, sondern es ist vor allem sein Nachbar Mr. Turner (David Morse) der seine Aufmerksamkeit weckt. Dessen Auto hat verblüffende Ähnlichkeiten mit einem Wagen, der in Zusammenhang mit einem verschwunden Mädchen genannt wurde. Anfangs will Kale niemand Glauben schenken, als er seinen Freunden und seiner Mutter (Carrie Anne Moss) von seinem Verdacht berichtet, doch als eines Nachts Schreie aus Mr. Turners Haus kommen, wird es ernst.

Kritik:
Ein wunderbares Bild: ein malerischer Fluss schlängelt sich durch die unberührte Natur, im Hintergrund sind Berge mit schneebedeckten Gipfeln zu sehen, alles ist ruhig und entspannt, richtig malerisch. In dem Fluss stehen zwei Menschen, Vater und Sohn, und versuchen sich im Fliegenfischen. Schließlich hat der Sohn einen großen Fisch am Haken, dieser entwischt ihm aber nach kurzer Zeit mit der abgerissen Angelschnur wieder. Darüber ist der Sohnemann natürlich enttäuscht, doch dieses Gefühl hält nicht lange an, denn die Beiden machen eine Pause und der Vater kann sein Kind mit einer kühlen Flasche Coca Cola wieder aufmuntern. Betrachtet man die ersten Minuten von „Disturbia“ könnte man fast meinen, man wäre in einem Werbespot für einen großen Getränkehersteller gelandet anstatt in einem Spielfilm, so gekonnt wird das Produkt in Szene gesetzt. Doch der Film will in erster Linie sicher nicht Platzhalter für Produktinformationen sein, auch wenn man dies bei all den Namen großer Marken, die hier auftauchen, durchaus annehmen könnte. Doch was will er eigentlich dann sein, was ist sein Ziel? Bei näherer Betrachtung fällt nämlich ins Auge, dass der Film etwas zwiegespalten wirkt, fast so als hätte er zwei Gesichter, ein nettes und ein böses. Das nette ist das eines leichten Unterhaltungsfilms, eine typisch amerikanische Teenager-Lovestory. Im Mittelpunkt ein Junge der täglich seine bildhübsche Nachbarin beobachtet, bis sie schließlich vor seiner Tür steht. Nach einigem Hin und Her und den üblichen Hindernissen und Missverständnissen verlieben sich die zwei ineinander. Angeheitert wird das Ganze von allerlei peinlichen Momenten, etwa wenn das Mädchen überraschend das vollkommen unordentliche Zimmer des Jungen betritt und dieser verzweifelt versucht Berge von schmutziger Wäsche zu verstecken. Die dadurch entstehende Situationskomik rundet das Bild einer anspruchslosen, humorvollen Popcorn-Kino-Unterhaltung vollends ab. Doch eigentlich will „Disturbia“ ja ein waschechter Thriller sein, hat man als Vorlage doch Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ quasi komplett in die Jetztzeit verlagert. Klar, dass zu diesem Zweck der Gips einem anderem Handikap weichen musste und auch der Verdächtige nicht mehr nur mit einem simplen Fotoapparat, sondern mit allerlei Camcordern, Webcams und anderen technischen Geräten observiert wird. Bei all dieser Acht auf eine sachgemäße Umsetzung geht das Wesentliche jedoch fast unter: die Erzeugung von Spannung. Zum einem nimmt der erste Teil des Films, der fröhliche und harmonische Part, einfach zu viel Platz ein, erst gegen Ende beginnt der Film Fahrt aufzunehmen und wird stellenweise packend. Zum anderen ist der gebotene Nervenkitzel schlicht und ergreifend zu sanft. Sicher gibt es ein, zwei wirksame Schockmomente und auch die typischen Nägelkau-Szenen, in denen etwa der Killer dem Opfer unentdeckt hinterher schleicht, sind in schwächerer Form dabei. Doch eigentlich sind diese Momente eher für Leute fesselnd, die sich hin und wieder einen solchen Film anschauen und wenig Erfahrung auf diesem Terrain besitzen. Jeder der sich richtig gruseln will und den puren Nervenkitzel sucht, ist hier definitiv fehl am Platz, zu vorhersehbar ist alles. Das der Film sein erklärtes Ziel verfehlt ist aber offensichtlich beabsichtigt, denn entweder war man nicht ganz aufmerksam bei der Songauswahl oder man wollte schon vorweg jedwede Spannung entfernen. Denn wie lässt es sich sonst erklären, dass System Of A Down bereits zu Beginn des Films laut und deutlich ihren Song „Lonely Day“ mit folgender Textpassage „...it's a day that I'm glad I survived.“ zum Besten geben?

Punkte: 6 von 10 mögl. Punkten

Autor: Fabian Ohrner


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