Shine A Light
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Inhalt:
„Shine A light“ ist Martin Scorseses neueste Musikdokumentat i - on, die sich auf den Spuren der Rolling Stones bewegt. Nachdem sich der italienischstämmige Scorsese erst mit den Musikkarrieren von Bob Dylan („No Direction Home“- 2005) und The Band („The Last Waltz“-1978) befasste, folgt nun sein Werk über eine der dienstältesten Rockbands Englands. Das Herzstück des Filmes bilden zwei Konzerte, welche im New Yorker Beacon Theatre im Herbst 2006 aufgezeichnet worden sind und lediglich von wenigen Auserwählten (darunter Bill Clinton und seine Frau) besucht werden konnten. Besondere Höhepunkte der Konzerte sind sicherlich die Gastauftritte von Jack White, Buddy Guy und Christina Aguilera. Umrahmt und aufgelockert werden jene Aufnahmen durch länger zurückliegende Interviewaussagen von Keith Richards und Mick Jagger, sowie einigen Backstageeinblicken.
Kritik:
Wieso gerade die Rolling Stones? Weshalb keine andere Band, wo doch gerade über diese Jungs schon so unendlich viele Berichte, Artikel und Fotostrecken erschienen sind? Eine Antwort auf diese Frage zu finden, ist nicht ganz einfach: Vielleicht, weil die Rolling Stones einfach Kult sind und sie definitiv aus der Musikgeschichte nicht mehr wegzudenken wären. Außerdem ist es durchaus sehenswert, wie eine handvoll rüstiger Musiker agiler und energiegeladener über die Bühne springen, tanzen und sich ganz ihren Melodien hingeben als manche Teenieband es jemals zustande bringen würde. Die Kameraführung mit ihren zahlreichen Nahaufnahmen lässt den Zuschauer näher an das Geschehen und die Emotionen der einzelnen Bandmitglieder rücken, als es durch einen herkömmlichen Konzertbesuch wohl möglich wäre, was diesen Aufnahmen eine ganz besondere Stimmung verleiht. Die gezeigten Interviewausschnitte, unter anderem aus den Jugendtagen der nun in die Jahre gekommenen Herren Wood, Watts, Richards und Jagger, bringen aufgrund der verwirrten und ironischen Antworten wohl jedermann zum Schmunzeln und sind somit Highlights in einer sich sonst eher dahin ziehenden Konzertverfilmung. Ein anderer Aspekt für die Verfilmung könnte darin liegen, dass man als modevisierter Zuschauer wirkliche eine ganze Reihe an Stone-Outfits zu sehen bekommt; hierunter zum Beispiel diverse Hosen des Herrn Jagger, in welchen wohl selbst Twiggy kaum Platz fände, sowie schillernde Haarbänder Keith Richards. Auf der anderen Seite muss man sich jedoch fragen, ob der Filmtitel „Shine a light“, welcher ein Songtitel aus dem im Mai 1972 veröffentlichtem Album „Exil on Main Street“ ist, nicht eher durch den Songtitel „(I can’t get no) Satisfaction“ hätte ersetzt werden sollen, da man eben diesen Eindruck durch die Stone-Mitglieder vermittelt bekommt, was ihr Dasein auf der Bühne betrifft. In einer der Backstagepassagen stellt der Regisseur schließlich fest: „We can not burn Mick Jagger!“ Diese Feststellung ist soweit richtig, doch stellt sich der Kinobesucher wohl die Frage, wann wir Mick Jagger und seine Kumpels von der Kinoleinwand verbannen und sie in ihren verdienten Ruhestand antreten können. Denn dies steht sehr wohl in unserer Macht. Fazit: Für alle „Rolling Stones“-Fans sicherlich ein absolutes Muss, jedoch werden die restlichen Besucher, welche keine besondere Verbindung zu den Songs, wie z.B: „She was Hot“ oder Jumpin’ Jack Flash“, verspüren, nicht recht auf ihre Kosten kommen.
Punkte: 6 von 10 mögl. Punkten
Autor: Sonja Mayer